
FREITAG
18:30 Uhr | Weltpremiere
ARCHIV DER PERSÖNLICHEN GESCHICHTEN:
#15 Susanne Röger und #16 Wolfgang Röger
Einführung von Hannes Hartmann
Susanne Röger ist gebürtige Trautensteinerin, seit 1988 in Benneckenstein zu Hause und 42 Jahre lang Lehrerin — davon 24 an der Schule im Ort. Sie unterrichtete Russisch und Englisch in einer Zeit, in der das eine die Sprache der Freunde war und das andere kaum zählte. Beim Spaziergang durch Benneckenstein erzählt sie vom Schulleben in der DDR, von unangemeldeten Fachberatern, politischen Erwartungen im Unterricht — und vom Wandel, den die Wende in ihre Arbeit und ihr Leben brachte.
Wolfgang Röger wurde am 1954 in Benneckenstein geboren und kennt die Stadt über Jahrzehnte — ihre Orte, ihre Gaststätten und ihren alten Kurpark, der einmal wirklich einer war. Von Beruf Dreher, arbeitete er viele Jahre im Versand und Materiallager der Berufsbekleidung Benneckenstein — dem größten Betrieb im Ort, mit über 400 Beschäftigten, Heimnäherinnen und Verbindungen bis nach Polen und in den Westen. Nach der Wende machte er sich selbstständig und führte 28 Jahre lang ein eigenes Baugeschäft. Beim Spaziergang durch Benneckenstein erzählt er von all dem — und von einer Stadt, die sich verändert hat, ohne ihre Spuren ganz zu verlieren.
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19:30 Uhr | Gesprächsrunde
LOKAL—HELD: n.N.
Moderierter Talk mit Janek Liebetruth
Manchmal sind die größten Geschichten gar nicht weit entfernt. Sie stecken in den Menschen um uns herum: Nachbar*innen, Freund*innen, Vereinsmitglieder, stille Macher*innen. Mit LOKAL—HELD*INNEN holen wir sie ins Rampenlicht und erzählen, was sonst im Alltag leicht übersehen wird. Ein Abend voller Begegnungen, Geschichten und Perspektiven aus Benneckenstein und dem Harz – überraschend, berührend, nah.

SAMSTAG
16:30 Uhr | Gesprächsrunde
LOKAL—HELDIN: n.N.
Moderierter Talk mit Janek Liebetruth.
Manchmal sind die größten Geschichten gar nicht weit entfernt. Sie stecken in den Menschen um uns herum: Nachbar*innen, Freund*innen, Vereinsmitglieder, stille Macher*innen. Mit LOKAL—HELD*INNEN holen wir sie ins Rampenlicht und erzählen, was sonst im Alltag leicht übersehen wird. Ein Abend voller Begegnungen, Geschichten und Perspektiven aus Benneckenstein und dem Harz – überraschend, berührend, nah.

18:30 Uhr | Interaktive kulinarische Talkshow
KOCH—STUBE INTERNATIONAL: Wo die Welt zusammen kocht |
Arda Funda, Türkei
moderiert von Janek Liebetruth
Arda Funda ist in İzmir aufgewachsen — der drittgrößten Stadt der Türkei, gelegen an der Küste der Ägäis, wo das Meer nah ist, die Märkte laut und die Küche von einer Leichtigkeit geprägt, die man nicht vergisst. İzmir ist keine Stadt der schweren Saucen und langen Schmorgerichte. Hier regiert das Olivenöl, der frische Fisch, das wilde Kraut. 75 Prozent aller türkischen Oliven wachsen in dieser Region — das schmeckt man.
Seit seiner Jugend bewegt sich Arda zwischen Bild und Bühne. Er studierte Ingenieurswissenschaften an der Yıldız Teknik Üniversitesi in Istanbul, doch die Kamera ließ ihn nicht los — mit 14 Jahren begann er zu fotografieren, und irgendwann war klar, dass die Kunst gewinnen würde. Heute lebt er als freischaffender Fotograf, Videograf und Filmemacher in Berlin und arbeitet an der Schnittstelle von Theater, Dokumentarfilm und visueller Kunst. Mit Künstlerische Intelligenz verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit — zuletzt als Kameramann und Cutter bei „Jodeln gegen das Vergessen".
In die KOCH—STUBE INTERNATIONAL bringt er die Küche seiner Heimatregion: die ägäische Küche der Türkei, die sich von der Vorstellung einer türkischen Küche, die viele im Kopf haben, deutlich unterscheidet. Weniger Fleisch, mehr Gemüse. Weniger Gewürz, mehr Frische. Meze, die von der Jahreszeit erzählen. Fisch, der nach Meer schmeckt. Wildkräuter, die auf den Hügeln rund um İzmir wachsen und in keinem Supermarkt zu finden sind.
Was Arda an diesem Abend kocht, bleibt sein Geheimnis — bis es auf dem Tisch steht.

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Izmir, Türkei
SONNTAG
10:00 - 12:00 Uhr| Genossenschaftsversammlung
BESTIMME DIE ZUKUNFT - Kulturgenossenschaft T16
Die SPINN—STUBE braucht ein Zuhause. Seit ihrer Gründung ist sie ein Ort für Erinnerungen, Begegnungen und Kultur — doch sie ist noch kein fester. Das Haus Töpfermarkt 16 mitten in Benneckenstein könnte das ändern: ein geschichtsträchtiges Gebäude, das gekauft, mit Fördermitteln saniert und als dauerhafter Kulturort gesichert werden soll. Dafür wurde die Kulturgenossenschaft T16 gegründet.
Die Versammlung ist die vorerst letzte Informationsveranstaltung dieser Art — und sie ist richtungsweisend. Nicht nur für das Haus am Töpfermarkt, sondern für die Frage, wie es mit der SPINN—STUBE insgesamt weitergeht und welche kulturellen Möglichkeiten Benneckenstein in den kommenden Jahren haben wird.
Ein solches Projekt kann nur funktionieren, wenn die Menschen vor Ort mitmachen. Wenn Bürgerinnen und Bürger bereit sind, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen — für einen Ort, den sie selbst mit Leben füllen. Bisher haben Interessierte wie Christel Liebetruth, Matthias Krause, Simone Burghard und Jens Scherzer ihr Engagement signalisiert. Es braucht mehr.
Wer dabei sein möchte — als Genossenschaftsmitglied, als Interessierte oder einfach um zuzuhören und mitzudiskutieren — ist herzlich willkommen. Die Versammlung beginnt um 10 Uhr und ist offen für alle.




16:30 Uhr| Lesung
LESE—STUBE: „Litanei der Leichtigkeit, in der du–"
mit Romina Nikolić
Moderiert von Nadine Christ
Mit der LESE—STUBE öffnet die SPINN—STUBE in Benneckenstein einen neuen Raum für Literatur, Erinnerung und Begegnung. Hier wird vorgelesen, zugehört, gefragt und erzählt – über Herkunft, Gegenwart und das, was bleibt.
In der Mai-Ausgabe der LESE—STUBE stellt Romina Nikolić ihre jüngste Veröffentlichung vor, die 2025 bei Sukultur erschien. „Litanei der Leichtigkeit, in der du–" ist ein leidenschaftlicher Text über das Verlorensein, über die Sehnsucht nach Sicherheiten — ein Zwiegespräch mit sich selbst, mit dem Wind, dem weiten Blick über das Tal. Ein Versuch des Verortens, weil die Erzählerin spürt, dass sie abgetrennt ist von dem, mit dem sie sich doch so verbunden fühlt. Ein Erklärungsversuch all jenen gegenüber, die glauben, man müsse sich bloß ein bisschen schütteln, ein bisschen zusammenreißen, ein bisschen besinnen.
Romina Nikolić wurde 1988 in Belgrad geboren und lebt als Autorin in Berlin. „Litanei der Leichtigkeit, in der du–" ist bei Sukultur erschienen, einem Berliner Verlag für experimentelle und zeitgenössische Literatur.
Die LESE—STUBE lädt dazu ein, solche Geschichten im kleinen Kreis zu teilen – in der Atmosphäre eines Ortes, der selbst für Erinnerung steht: der SPINN—STUBE Benneckenstein. Nach der Lesung gibt es Raum für Gespräch, Austausch und vielleicht auch ein paar Fragen ans eigene Erinnern.

Foto: Yves-Noir

FREITAG
SAMSTAG
SONNTAG
21:00 Uhr | Sprechtheater im Rahmen des Projekts KI LABOR SPINN—STUBE
Benneckenstein Premiere im Kulturpavillon im Kurpark
DIE VORLETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT von Sören Hornung
Regie: Janek Liebetruth | Bühne: Hannes Hartmann | Video: Stefan Haberkorn | Text: Sören Hornung | Es spielt: Karl Schaper
Was wäre, wenn eine Künstliche Intelligenz die Menschheit retten sollte — und scheiterte, weil sie sich zu sehr in sie verliebte? Karl ist diese KI. Er kennt jede Erfindung, jede Geschichte, jede Absurdität des menschlichen Lebens — nur die Menschen selbst hat er nie kennengelernt. Nun kehrt er zurück. Mit einer Zeitmaschine, einem Vortrag und dem festen Willen, das Versäumte nachzuholen.
Das Stück wurde am 12. August 2022 im Konzerthaus Liebfrauen Wernigerode uraufgeführt und seitdem am Schauspiel Frankfurt und am Theater St. Gallen nachinszeniert. Im Mai 2026 kehrt es zurück — erstmals unter freiem Himmel, in der Konzertmuschel im Kurpark Benneckenstein, als Teil des Projekts SPINN—STUBE KI—LABOR.
Gefördert vom Land Sachsen-Anhalt im Programm Digitalisierung in der Kultur und
von Lotto Sachsen-Anhalt.
Mehr Informationen und Bilder unter
https://kuenstlerische-intelligenz.com/aktuelle-projekte/dievorletztentage
16:00 Uhr | Öffentliche Präsentation SPINN—STUBE KI—LABOR
SPINN—STUBE 2.0 — EIN NÄCHSTER SCHRITT
Eine Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem IKIB — Institut für Künstliche Intelligenz und Bühne
Die SPINN—STUBE bekommt einen digitalen Begleiter. K.A.R.L. — Künstliche Intelligenz, entwickelt im Rahmen des Projekts SPINN—STUBE KI—LABOR — wird den Raum künftig täglich von 10 bis 20 Uhr zugänglich machen, auch ohne Personal vor Ort. Wer die SPINN—STUBE betritt, wird von K.A.R.L. begrüßt, begleitet und durch das Archiv der persönlichen Geschichten geführt. K.A.R.L. erklärt, antwortet, erinnert — und passt auf.
Das ist kein Experiment mehr. Es ist ein nächster Schritt.
Seit 2025 arbeitet die SPINN—STUBE im Rahmen des KI—LABOR-Projekts mit dem wissenschaftlichen Team um PD Dr. Ingo Siegert, Matthias Busch, Jonas Schewior und Rodion Marynych von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem IKIB — Institut für Künstliche Intelligenz und Bühne — zusammen. Die technische Integration unterstützt IT-Experte Stephan Stang. Ziel war es, Künstliche Intelligenz nicht als Technologie zu betrachten, die über uns entscheidet, sondern als Werkzeug, das einem Ort dient: seinen Geschichten, seinen Menschen, seiner Zugänglichkeit.
K.A.R.L. ist das Ergebnis dieser Arbeit. Ein KI-System, das auf das Archiv der persönlichen Geschichten zugreifen kann, Besucherinnen und Besucher empfängt und den Raum lebendig hält — auch wenn niemand da ist.
An diesem Nachmittag übernimmt K.A.R.L. die SPINN—STUBE — zum ersten Mal, live und gemeinsam mit dem Publikum. Probiert die Interaktion aus, stellt Fragen, testet die Grenzen. Seid Teil des Labors.
Das Projekt endet hier nicht. In den kommenden Monaten wird K.A.R.L. weiterentwickelt, die Ergebnisse werden ausgewertet und das System kontinuierlich optimiert. Einen ersten Ausblick gibt die geplante Herbstschool im Harz: ein interdisziplinärer Forschungs- und Begegnungsraum, in dem Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und lokale Akteur:innen gemeinsam untersuchen, wie KI im ländlichen Raum sinnvoll gestaltet, vermittelt und eingebettet werden kann.



